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veröffentlicht am 17.03.2021

Zwischen Ablehnung und Begeisterung

Online-Sportangebote helfen, sprechen aber nicht alle an

Zwischen Ablehnung und Begeisterung
Zwischen Ablehnung und Begeisterung
Online-Sportangebote helfen, sprechen aber nicht alle an
Eschwege. „Online-Sportangebote können vielseitig und auch mit einfachen Mitteln für verschiedene Zielgruppen durchgeführt werden“, lautete das Fazit von Magdalena Weidner. Die Vorsitzende des Turngau Werra konnte nach dem Online-Austauschtreffen, an dem alle Vereine aus des Sportkreis Werra-Meißner teilnehmen konnten, viel Nützliches mitnehmen. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse des Treffens zusammengefasst:
 
Siegerehrung steigert Motivation. Mirjam Siebke trainiert – zusammen mit vier weiteren Übungsleitern – die Sportakrobaten beim Eschweger TSV. Dehn- und Kraftübungen sowie Vorübungen (z.B. für Handstand und andere Bodenturnelemente) werden mit den Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Damit es im Laufe der Zeit nicht langweilig wird, gibt es für die Kinder verschiedene Angebote. Kurse in Ballett, Modern Dance, Hip-Hop oder auch kreative Wettbewerbe wie das Basteln einer Turnhalle wurden angeboten. Die anschließende Online-Siegerehrung war für viele Teilnehmer eine Extramotivation. Zurzeit läuft eine Vereinsmeisterschaft, bei der jeder ein Video einer eigenen Kür einreichen kann. Siebke blickt zufrieden zurück: „Vor allem die Sechs bis Zwölfjährigen sind mit großem Eifer und viel Spaß dabei. Die älteren Jugendlichen sind schwerer zu motivieren. Sie haben nach einem Tag Homeschooling nicht mehr so viel Lust auf Sport am Bildschirm.“
 
Jüngere haben weniger Interesse. Übungsleiterin Uta Fahrenbach hat zwei Sportgruppen im SV Dohrenbach, mit denen sie seit Januar online Sport macht. Mit 12 bis 18 Teilnehmenden im Alter von 40 bis 75 Jahren macht sie KAHA: „Fast alle, die sonst auch in Präsenz dabei sind, machen mit.“ Bei ihrer Gruppe „Gemischte Fitness“ kommt das Angebot weniger gut an, obwohl die Teilnehmenden durchschnittlich jünger sind. Nur circa die Hälfte der sonstigen Teilnehmenden sind dabei, die anderen „haben einfach keine Lust auf Online-Sport.“ Das gibt Fahrenbach aber die Möglichkeit, auf jeden Einzelnen beim Training mehr einzugehen. Dabei verwendet Sie ein Headset und koppelt ihren PC an den Fernseher, damit sie die Teilnehmer vergrößert sieht: „Ich habe im Laufe der letzten Wochen viel gelernt und lerne ständig weiter. Auch die Einbindung von Musik habe ich inzwischen gut im Griff.“
 
Gutes Wetter, weniger Teilnehmer. Heinz-Dieter Krause, Übungsleiter der Männergymnastik bei der TG Witzenhausen und der Damengymnastik beim MTV Unterrieden, macht seit Januar Online-Angebote mit wechselndem Programm. Unter anderem steht Aufwärmen, Dehnen, Entspannung und Yoga auf dem Programm. Auch wenn es nicht so viele Teilnehmende sind wie in Präsenz, wird das Angebot gut angenommen. Trotzdem stellte Krause fest: „Seitdem das Wetter besser wird und die Tage länger, nimmt die Zahl der Teilnehmenden ab.“
 
Das sagte die Turngau-Vorsitzende Magdalena Weidner zum Online-Austauschtreffen: „Ich fand gut, dass aus dem Kreis der Übungsleiter etliche Rückfragen zu den verwendeten Tools, der Technik, der Musik und der Versicherung kamen. Auch die Einbindung der Eltern ist ein wichtiges Thema, das vorab geklärt werden sollte. Trotz des positiven Feedbacks am Ende des Austauschs, wird es von der Corona-Entwicklung abhängen, ob und was die Übungsleiter von den Anregungen umsetzen. Denn, so waren sich alle einig, Sport ist und bleibt in Gemeinschaft und Präsenz am schönsten. Wir alle hoffen auf ein baldiges Öffnen von Sporthallen und -anlagen und auf einen Wiederbeginn des Vereinssports – so wie wir ihn kennen.“
 
 
Text und Bild: Marvin Heinz.
 
 
 
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