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Begeisterung kennt keine Grenzen

5. Unified Tischtennis-Turnier

Begeisterung kennt keine Grenzen

Begeisterung kennt keine Grenzen

Reichensachsen – Exakt 70 Tischtennisspielerinnen und Tischtennisspieler mit und ohne Beeinträchtigungen haben an zwei Tagen den Weg nach Reichensachsen in die Sporthalle der Kleeblattschule gefunden, wo die Werraland Lebenswelten und der Werra-Meißner-Kreis am Wochenende nun schon zum fünften Mal das Unified-Sportfest ausgerichtet haben. Das Inklusions-Tischtennisturnier verlangte auch dieses Mal wieder eine logistische Meisterleistung. Die über 350 Partien verlangten präzise Abläufe. Über den Ehrgeiz, den Eifer und über die herzerwärmende Begeisterung, die keine Grenzen kennt, konnten sich die Zuschauer, der 50-köpfige ehrenamtliche Helferstab, und der Cheforganisator Thomas Freitag, der in seiner Funktion als Fachdienstleiter im Bereich Sport bei der Kreisverwaltung tätig ist, freuen. Freitag musste dieses Mal ohne seinen Mitplaner auskommen. Der Sportkoordinator der Werraland Lebenswelten, Erik Hogreve, fiel krankheitsbedingt aus.

So blieb auch die Begrüßung im Aufgabenbereich des langjährigen Tischtenniskreiswartes. Er dankte dem Hessischen Familien- und Sportministerium, Special Olympics Hessen, den Tischtennis-Kreisvereinen, den Helfern der Kreisverwaltung und der Werraland Lebenswelten, dem Energieversorger EAM, der mit Betreuer Ali Ylmaz und sechs Auszubildenden vor Ort war, dem DRK-Team, der Bundespolizei sowie dem Küchenteam. Begrüßen konnte Freitag wiederum neun Einrichtungen aus Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Als da waren ASV Schleusingen, Antonius gemeinsam Mensch aus Fulda, Christopherus-Werk Erfurt, Evangelische Stiftung Neinstedt, Familie Praedorius aus Nordhausen, Kompass Leben aus Herbstein, Lebenshilfe Leinefelde, SSV Otto 10 Erfurt und natürlich Werraland Lebenswelten. Er ging kurz auf den Modus ein: „Für die Klassifizierungsrunden wird nach dem Schweizer Zeitsystem gespielt, ehe am zweiten Tag in Leistungsgruppen die Gewinner in Sätzen ermittelt werden.“ 

Den reibungslosen Ablauf garantierte das Kampfgericht, wo am ersten Tag Silke Staroszyk von der Kreisverwaltung an der Seite des Vorsitzenden vom TSV Herleshausen, Ronny Schlägel, saß, der seit der ersten Unified Auflage die Fäden der Einzelkonkurrenzen für Frauen und Männer sowie im Doppel knüpfte. Am zweiten Tag fand Schlägel Unterstützung von den Kreisangestellten Mareike Göbel und Christoph Dietrich.

Vor der wiederum Gänsehaut auslösenden Eröffnungsfeier, die ähnlich initiiert wird, wie bei den Special Olympic Games, richtete der Kreisbeigeordnete Fabian Eberhardt die Grüße von Landrätin Nicole Rathgeber aus. Auch der geschäftsführende Vorstand der Werraland Lebenswelten, Georg Forchmann, zeigte sich von der erneut großen Resonanz angetan und hob die Wichtigkeit dieser außergewöhnlichen Sportbegegnung hervor, der er einen besonderen Charakter bescheinigte, weil Zusammenhalt und Miteinander gefördert werden, was auch unter dem fairen Wettkampfeinsatz nicht leidet: „Außerdem stelle ich fest, dass das sportliche Niveau von Jahr zu Jahr gesteigert wird.“ Fabian Eberhardt zeigte sich von der Organisation beeindruckt: „Das muss mit Weltklasse umschrieben werden. Was ihr hier für die Menschen mit Beeinträchtigungen auf die Beine stellt, das kann nicht genug gelobt werden.“ Und an die Sportler gerichtet: „Ich wünsche euch viel Erfolg, hoffe, dass an den beiden Tagen hier viele Freundschaften entstehen, die Garant dafür sind, dass ihr auch im nächsten Jahr unsere Gäste seid.“ 

Eröffnungsfeier

An die Grußworte schloss sich die feierliche Eröffnung nahtlos an. Der Kreisangestellte Christoph Dietrich zündete für Boris Krömker von Werraland das Special-Olympics-Feuer an. Fünf Sportler von der Lebenshilfe-Einrichtung Otto 10 transportierten die Olympische Fahne in die Hallenmitte, und Mitstreiterin Monika Schramm sprach die Eidesformel, ehe nach der Special-Olympics-Hymne „Ich will gewinnen“ von Mark Lorenz der Spielbetrieb begann.

Siegerehrung

Zur Siegerehrung konnte Freitag auch Nicole Rathgeber begrüßen, die von Mareike Göbel und Ali Ylmaz mit den Medaillen bedient wurde, die sie allen 70 Teilnehmern nach einem Händedruck um den Hals hing. Die letzte überreichte die Landrätin, verbunden mit einem Dankeschön an Freitag und das gesamte Orga-Team. Der hat in seinem Schlusswort bereits die Einladung zur sechsten Auflage ausgesprochen, die mit dem 13. und 14. März terminiert ist. Seine Vision: „Wir wünschen uns, dass 100 Teilnehmer den Weg zu uns finden. Und da auch alle Einrichtungen, die erstmals bei uns gewesen sind, begeistert von unserer Veranstaltung waren, könnte sich das Ziel auch verwirklichen.“ Zuvor lobte er die Helfer, die ratzfatz die Tischtennisplatten abbauten und mit den Absperrbanden wieder in den Garagen der Sporthalle verstauten. Und dann gab es noch das grandiose Finale von Brunhilde Hensse aus Neinstedt, die, in der Sporthalle war es mucksmäuschenstill, auf der Mundharmonika „Lebt denn der alte Holzmichel noch?“ spielte und mit riesigem Beifall belohnt wurde.

Text und Bild: HARALD TRILLER für die Werra Rundschau, veröffentlicht am 01.09.2026

Bildunterscrift: Werra-Meißner-Kreis und Werraland Lebenswelten veranstalteten 5. Unified-Sportfest; Siegerehrung Herren (von links): Thomas Freitag, Ali Ylmaz, Tilo Brüsch (Platz 4), Ottmar Gremmer (3.), Mareike Göbel, Nicole Rathgeber. Vorne von linkes: Omar Alaaddin (2.), Timo Völzke

veröffentlicht am 09.09.2026