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veröffentlicht am 25.03.2022

Integration auf der Agenda

Förderprogramm „Sport integriert Hessen“

Integration auf der Agenda

Das Förderprogramm „Sport integriert Hessen“ unterstützt hessische Gemeinden, die die Möglichkeiten des Sports zur Integration und sozialen Teilhabe nutzen möchten. „Individuelle Gestaltungsspielräume dieses Programm ermöglichen den Gemeinden und Städten, speziell auf die Situation vor Ort abgestimmte Maßnahmen und Projekte umzusetzen“, sagte Edmund Pliefke. Der Integrationsbeauftragte des Sportkreis berichte von „Sport-Coaches“ die bei Koordination der Angebote für und mit Geflüchteten, Menschen mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligten Personen halfen: „Sport eignet sich in besonderer Weise als Teilhabe- und Integrationsplattform. Sporttreiben ist ein kultur- und schichtübergreifendes Phänomen.“
 
Die Regeln des Sports sind universell und Sprachprobleme können überwunden werden: „Vor allem durch nonverbale Kommunikation.“ Die Aufgabe der Sportvereine ist, schnell und unbürokratisch Hilfe vor Ort zu leisten. Um die integrative und soziale Kraft des Sports vor Ort zu stärken und gleichzeitig die hohe Bereitschaft der Menschen, sich ehrenamtlich im Bereich der integrativen und sozialen Arbeit zu engagieren, hat die Hessische Landesregierung zusammen mit der Sportjugend Hessen 2016 das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ aufgesetzt. Im Jahr 2022 wurde das Programm mit dem #BeInclusiv Award der Europäischen Kommission ausgezeichnete Förderprogramm um die Zielgruppen „Menschen mit Migrationshintergrund“ und „sozial benachteiligte Menschen“ erweitert und in „Sport integriert Hessen“ umbenannt.
 
Aus dem Programm wurden den Städten Sontra, Eschwege, Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau in 2021 insgesamt 51.600 Euro zur Verfügung gestellt. Ingrid Noll, Juan Naranjo Marcela Catalan Naranjo (Bad-Sooden Allendorf), Elisabeth Bennighof, Stefan Gerhard, Ramiz Arifi (Eschwege), Helmut Renner (Hessisch Lichtenau), Gerhard Mutter (Sontra), Barak Ben Dov und Lara Thiele (Witzenhausen) waren und sind dafür im Werra-Meißner Kreis als Sport-Coach im Einsatz gewesen.
 
„Die Ergebnisse lassen sich sehen“, sagte Pliefke, der dem Boxclub Eschwege gute Arbeit in diesem Bereich attestierte. Diar Osman (23) kam vor sechs Jahren aus Syrien nach Deutschland und hat sich über die Kontakte im Boxclub schnell integriert. „Er hat sogar die Ausbildung zum Übungsleiter im Rahmen der interkulturellen Übungsleiterausbildung erfolgreich gemeistert“, freut sich sein Trainer Robert Staar, der Osman als Co-Trainer in sein Training eingebunden hat. Mit Mayar Pardes (28, Eschwege) aus Afghanistan hat Staar einen weiteren Übungsleiter im Team. Pardes ist stolz das Training mit seinem Fachwissen bereichern zu können: „Wir können das Erlernte weitergeben, das freut mich sehr.“ 24 Menschen mit Migrationshintergrund trainierten zuletzt im Eschweger Boxclub, der zugleich Integrationsstützpunkt ist. „Ich mixe immer, Deutsche und Migranten trainieren zusammen. Dabei lernen meine Sportler die Sprache automatisch und haben viel Spaß dabei“, sagte der 72-jährige Staar, der die Zusammenarbeit mit dem Eschweger Sport-Coach Stefan Gerhard lobte. „Nach meinen Recherchen sind in diesem Jahr mit der Programmerweiterung fast alle Gemeinden im Kreis antragsberechtigt“, sagte Pliefke, der mit Rat und Tat bei der Antragsstellung beiseite stehen will. (mhz)
 
 
So kommt ihr Verein an die Fördermittel
Allendorf - Im Rahmen des Landesprogramms werden Sport- und Bewegungsangebote im Regelfall von Sportvereinen für und mit den genannten Zielgruppen sowie der Einsatz von Sport-Coaches gefördert. Begegnungsort und Orte der Kommunikation werden geschaffen, passende Sport- und Bewegungsangebote entwickelt sowie lokale, regionale und hessenweite Netzwerke auf- und ausgebaut. Sport-Coaches stellen den Kontakt zwischen den Zielgruppen und Sportangeboten her und begleiten die Teilnehmenden in der ersten Zeit.
Städte und Gemeinden erhalten in Abhängigkeit von der Anzahl der in der Gemeinde zum 31.08. des Vorjahres gemeldeten Regelleistungsberechtigten nach dem Sozialgesetzbuch II auf Antrag eine pauschale Förderung. Die Fördermittel können für folgende Bereiche verwendet werden:
  1. Aufwandsentschädigung für den Sport-Coach
  2. Aufwandsentschädigung für Sport-Coach mit persönlicher Zuwanderungsgeschichte (Sport-Coach-Tandem), Aufwandsentschädigung für Personen, die Sportangebote mit und für Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligte Menschen anleiten
  3. Sachmittel für Sportangebote mit oben genannten Zielgruppen (insbesondere Sportkleidung, -material, Transportkosten
  4.  Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen aus dem Bereich des organisierten Sports, die im Rahmen von Tandems mit mindestens einer Person mit Migrationshintergrund absolviert werden
  5. Schulungsmaßnahmen mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Sport mit Geflüchteten“ oder „Interkulturelle und soziale Kompetenz für Sportvereine“.
 
Sportvereine oder andere Institutionen, die entsprechende Sportangebote initiierenoder ihren Mitgliedern die oben genannten Ausbildungen ermöglichen möchten, können unter der Voraussetzung, dass die jeweilige Gemeinde Fördermittel aus dem Programm abruft, Förderungen bei ihrer Stadt oder Gemeinde beantragen. Die jeweilige Gemeinde entscheidet eigenständig über die Nutzung oder Verteilung der Fördermittel. Die antragstellende Gemeinde ist verpflichtet, mindestens einen Sport-Coach zu benennen. Diese nehmen zur Sicherstellung einer fachlich qualitativen Betreuung der Zielgruppen an einer speziell hierauf ausgerichteten Schulung der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen e.V. teil. Die Sportjugend Hessen ist als fachlicher Partner in das Programm eingebunden. Sie arbeitet bereits seit vielen Jahren erfolgreich in den Bereichen Integration und soziale Teilhabe in und durch den Sport. Die Antragsunterlagen mit den Förderrichtlinien wurden den Kommunen übersandt. Eine Antragstellung für 2022 ist bis zum 30. April 2022 über einen komfortablen Online-Zugang möglich. (mhz)
Text: Marvin Heinz
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