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veröffentlicht am 13.08.2020

„Mut machen für inklusiven Sport“

„Mut machen für inklusiven Sport“
„Mut machen für inklusiven Sport“
 
Eschwege - Im deutschen Sport ist die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung bereits seit Jahren tief verankert. Noch immer aber bestehen zugleich Barrieren, die den Zugang zu Vereinsangeboten erschweren. Die Sportjugend Hessen und der Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte (LVKM) wollen dies in Hessen ändern und haben deshalb gemeinsam das neue Projekt „Mit dir inklusiv im Sport - Sport-Inklusionslotsen für die Hessischen Sportkreisjugenden“ gestartet. Das Projekt wird durch die Aktion Mensch und das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport gefördert.
 
Für den Sportkreis Werra-Meißner ist ab sofort Lea Hüther aus Eschwege zuständig. Im Rahmen des Pressegesprächs sagte 26-Jährige ehemalige Fußballerin des SV Reichensachsen: „Ich verstehe mich als Bindeglied zwischen Vereinen, Familien, aber insbesondere Kindern und Jugendlichen mit Handicap, denen der Zugang zu vereinsgebundenen Sportangeboten erleichtert werden soll.“ 
 
Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Sportkreises, dem LVKM Hessen sowie der Sportjugend Hessen will die Masterstudentin der Sozialen Arbeit Mut machen, Ängste abbauen und einen Teil dazu beitragen, die Sportlandschaft im Werra-Meißner-Kreis insgesamt inklusiver zu gestalten: „Die Möglichkeit, die Faszination Vereinssport mit ihrem einzigartigen Gemeinschaftsgefühl erleben zu dürfen, sollte jedem offenstehen. Kinder und Jugendliche, ganz gleich ob mit oder ohne Beeinträchtigung, sollten die Chance haben, wohnortnah den für sie passenden Sportverein finden zu können.“ Mit dem Ziel, langfristig ein möglichst flächendeckendes Netzwerk an inklusiven Sportangeboten anbieten zu können, möchte Hüther diesen Weg als Ansprechpartnerin und „Brückenbauerin“, die selbst seit frühester Kindheit stets positive Erfahrungen in diversen Vereinen sammeln durfte, begleiten. 
 
Der Sportkreis Werra-Meißner ist eine von fünf Modellregionen, in denen das Projekt umgesetzt wird. Weitere Regionen sind der Hochtaunuskreis, der Kreis Bergstraße, die Region Fulda-Hünfeld und die Region Kassel. „Wir haben uns um dieses Projekt bei der Sportjugend Hessen und beim LVKM beworben und freuen uns, dass wir zu den fünf von 23 Sportkreisen gehören, die einen Inklusionslotsen bekommen“, sagte der Inklusionsbeauftragte des Sportkreises, Erik Hogreve: „Vereine, die ihr Angebot inklusiver gestalten wollen, können sich bei Bedarf ebenfalls an die Lotsen wenden.“ Weitere Informationen finden Interessierte unter https://www.mitdirinklusivimsport.de, telefonisch (0160-2307377) oder auf Instagram auf der Seite inklusivimwmk.
 
 
 
Ein Anruf und es geht los
Eschwege - So können Vereine oder Familien sowie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Beeinträchtigung mit der Inklusionslotsin zusammenarbeiten: 1. Ein Anruf beim LVKM oder der Servicestelle des Sportkreises genügt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln an die Sport-Inklusionslotsin. Möglich ist natürlich auch eine direkte Kontaktaufnahme mit der Lotsin. 2. Die Sport-Inklusionslotsin vereinbart einen Termin für ein Kennenlerngespräch. 3. Beim Kennenlerngespräch werden die persönlichen Wünsche in einem Fragebogen erfasst. 4. Gemeinsam wird überlegt: Welche Sportart könnte man ausüben? Was macht Spaß? 5. Die Sport-Inklusionslotsin weiß, wo es gute Sportangebote gibt. 6. Die Sport-Inklusionslotsin begleitet auf dem Weg zu einem passenden Sportangebot. 7. Vor Ort wird gemeinsam mit den Trainern besprochen, wie eine Teilnahme individuell gestaltet werden kann. 8. Um einen guten Start im Sportverein zu gewährleisten, wird die Sport-Inklusionslotsin die ersten Termine begleiten.
 
Text und Bild: Marvin Heinz.
 
 
 
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