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veröffentlicht am 16.11.2015

„Sport für alle! – Eine Chance für Vereine und Flüchtlinge“

Pressemitteilung der Infoveranstaltung

„Sport für alle! – Eine Chance für Vereine und Flüchtlinge“
Infoveranstaltung für Sportvereine zeigte Möglichkeiten der Integration von Flüchtlingen im Sport auf

Um auf alle diese Fragen Antworten gegeben zu können, fand jetzt eine gemeinsame Veranstaltung des Sportkreises Werra-Meißner zusammen mit der Kreisverwaltung statt.
 
Unter der Moderation des Beauftragten für Integration und Gleichstellung des Sportkreises Werra-Meißner, Markus Claus, stellten Vertreterinnen und Vertreter des Landessportbundes, der Sportjugend Hessen, der Bildungsakademie des LSB-Hessen und der AWO-Werra-Meißner Modellprojekte und bereits umgesetzte Aktionen vor, mit denen Flüchtlinge in die Sportvereine eingebunden werden können.
 
Neben allgemeinen Informationen über die Fluchtgründe, die Situation der Flüchtlinge hier vor Ort und den Ablauf der Asylverfahren, gab es vor allem viele praktische Hinweise und Tipps, wie Integration im Sport gelingen kann.
 
Zunächst stellet die Beauftragte für Integration im Werra-Meißner-Kreis, Stefanie Saame, die derzeitige Unterbringungssituation und die Zahl der Asylbewerber, ihre Altersstruktur und Nationalität vor. Sie verwies dabei auch auf die hohe Zahl der Kinder und Jugendlichen unter den Flüchtlingen.
 
Im anschließenden Vortrag stellte Angelika Ribler von der Sportjugend Hessen dar, welche Möglichkeiten der Teilnahme es an den Angeboten der Sportvereine für Flüchtlinge gibt. So wurde von ihr erläutert, wie die Krankenversicherung von Flüchtlingen geregelt ist und das es zusätzlich einen Versicherung des Landessportbundes gibt, sodass versicherungstechnische Fragen keine Hemmnisse darstellen. Auch müssen Flüchtlingen nicht Mitglied im Verein sein, um an den Sportangeboten teilnehmen zu können. Erst wenn beispielsweise ein Spielerpass benötigt wird, ist dies notwendig. Eine gesonderte ärztliche Untersuchung kann entfallen, weil alle Flüchtlinge bei der Ankunft in einer Erstaufnahmeeinrichtung untersucht werden.
 
Angelika Ribler erläuterte dann am Beispiel des „Projektes Sportcoach“ weiter, wie der Kontakt zwischen den Flüchtlingen und den Vereinen zustande kommen kann. Bei diesem Projekt bauen freiwillige „Sportcoaches“ ein Netzwerk aus den Übungsleitern der Vereine, dem örtlichen Sportkreis, den Flüchtlingsbetreuern in den Heimen und der Verwaltung auf, mit dessen Hilfe schnell ein Überblick über Angebote der Vereine und Sportwünsche der Flüchtlinge geschaffen werden kann. So können Vereine und Flüchtlinge unkompliziert zusammenfinden.
 
„Die Erfahrung hat gezeigt“, so Angelika Ribler, „dass – wenn der Kontakt erst einmal aufgebaut ist – vieles ganz einfach wird und der Sport eine enorme Integrationskraft hat.“
 
Herbert Anacker von der Bildungsakademie des LSB-Hessen stellte weitere Beispiele einer gelungenen Integration vor. So haben beispielsweise in Wolfhagen Flüchtlinge einen alten Sportplatz wieder reaktiviert und bespielbar gemacht. Die örtlichen Vereine haben dadurch neben neuen Spielern auch eine neue Spielstätte bekommen. Dies zeigt: Integration kann eine Win-Win-Situation für Flüchtlinge und Vereine sein.
 
Anacker verwies in seinem Vortrag auch auf ein aktuelles neues kostenloses Fortbildungsangebot der Bildungsakademie für Übungsleiter unter dem Titel „Raus aus dem Heim, rein ins Trikot“ das alle Informationen nochmals im Detail darstellt und viele Tipps für die Umsetzung gibt.
 
Ebenfalls aus der Praxis berichtete Peter Schreiber von der Sportjugend Hessen, der darstellte wie erfolgreich das Bundesförderprogramm „Integration durch Sport“ umgesetzt werden konnte. Hier wie bei den anderen Programmen bestehen auch ganz konkrete Fördermöglichkeiten für die Vereine vor Ort.
 
Schließlich stellten Runa Aasland-Jost und Torben Linde von der AWO - Werra-Meißner, die für die Betreuung der Flüchtlinge im Werra-Meißner-Kreis zuständig sind, noch Beispiele bereits gelungener Integration vor: So konnten beispielsweise die Mannschaften des FC Eschwege und des VfB Witzenhausen bereits viele neue Spieler gewinnen. Auch andere Vereine haben, mit Unterstützung beispielsweise der jeweiligen Ortsvorsteher und Bürgermeister, erste Kontakte zu den Flüchtlingen knüpfen können. In Witzenhausen gibt es inzwischen auch bereits ein funktionierendes Netzwerk in dem die Aleksandra Zhwolka als ehrenamtliche Koordinatorin Angebote der Vereine und Wünsche der Flüchtlinge miteinander abstimmt und Kontakte vermittelt.
 
Im Anschluss an die Vorträge standen die Referenten noch für Publikumsfragen der über 60 Anwesenden Vereinsvertreter zur Verfügung und Vereinsvertreter und Sportlerinnen und Sportler schilderten eigene Erfahrungen und tauschten Tipps aus.
 
Horst Hartmann und Thomas Freitag vom Fachbereich Sport des Werra-Meißner-Kreises betonten, wie auch Moderator Markus Claus, dass die Vereine bei ihren Bemühungen zur Integration auf die Unterstützung von Verwaltung und Sportkreis setzen können und man als Ansprechpartner gerne zur Verfügung steht.
 
Wer sich über die Möglichkeiten für Sportvereine informieren will, kann sich an diese Ansprechpartner wenden:
 
Kreisverwaltung, Fachdienst Sport
 
Thomas Freitag                                               th.Freitag@werra-meissner-kreis.de
                                                                       Tel.: 05651-302-3614
 
Wegweisende Integrationsansätze Realisieren (WIR) - Koordination der Kreisverwaltung
 
Stefanie Saame                                               Stefanie.Saame@Werra-Meissner-Kreis.de
                                                                       Tel.: 05651-302-1407
 
Sportkreis Werra-Meißner e.V.
 
·  Beauftragter für Integration und Gleichstellung
 
Markus Claus                                                 integration@sk-wm.de
 
·  Servicestelle Sport
 
Tina Schott                                                     tina.schott@sportkreis-werra-meissner.de
                                                                       Tel.: 05652-918303
 
AWO Arbeiterwohlfahrt Werra-Meißner e.V.
 
·  Koordinatorinnen Flüchtlingsbetreuung
 
Runa Aasland-Jost                                         runa.aasland-jost@awo-werra-meißner.de
                                                                       Tel.: 0151-18868415
 
Tanja Wild                                                     tanja.wild@awo-werra-meißner.de
                                                                       Tel.: 0151-18868411
 
Sportjugend Hessen
Peter Schreiber                                              PSchreiber@sportjugend-hessen.de
                                                                       Tel. 05635-992615
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Sport als Integrationshilfe für Flüchtlinge Ü8 VM8 "Raus aus dem Heim Rein ins Trikot"

Die Fortbildungsveranstaltung für Übungsleiter der Bildungsakademie des LSB-Hessen unter dem Titel „Raus aus dem Heim, rein ins Trikot“ findet am 12. Dezember 2015 von 10 bis 17 Uhr in Kassel statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter:
 
Bildungsakademie des LSB-Hessen
Auedamm 2
34121 Kassel
Tel.: 0561/7390341
E-Mail: anacker@sport-erlebnisse.de
www.sport-erlebnisse.de
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Bildunterschrift: Unterstützer und Referenten beim Thema Integration durch Sport: Tina Schott (Servicestelle Sport), Thomas Freitag (Fachdienst Sport WMK), Markus Claus (Beauftragter für Integration und Gleichstellung des Sportkreises Werra-Meißner), Horst Hartmann (Fachdienst Sport WMK), Stefanie Saame (Koordinatorin Integration WMK), Herbert Anacker (Bildungsakademie des LSB-Hessen), Angelika Ribler und Peter Schreiber (Sportjugend Hessen) (v.l.).
 
 
 
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