« zurück zur Übersicht
veröffentlicht am 22.02.2021

„Die Gemeinschaft braucht den Sport“

„Die Gemeinschaft braucht den Sport“
Bad Sooden-Allendorf.  Der Sport war in zwölf Monaten mit dem Coronavirus häufiger im Lockdown, als dass er stattfinden konnte. „Er ist dann doch irgendwie systemrelevant“, sagt der Sportkreis-Vorsitzende Joachim Kraus und fügte hinzu: „Kinder brauchen ihn, Senioren brauchen ihn, Mütter brauchen ihn – die Gemeinschaft braucht ihn.“ Von Lockerungen und konkreten Plänen ist von Seiten der Politik noch nichts zu hören. Trotzdem zeigt der 68-jährige Kraus in der Summe Verständnis für die aktuelle Situation. „Die Einschränkungen haben im Moment noch voll Berechtigung. Wenn man mit vielen Verbandsvertretern spricht, dann geht die Tendenz eher in Richtung Beibehaltung der Einschränkungen statt in Richtung Lockerungen. Die Gefahr ist für viele noch zu groß“, machte Kraus klar.
 
Seine Beratung zur Sportförderung war im vergangenen Jahr nur schwierig möglich. Die meisten Angelegenheiten wurden auf dem Postweg, per Mail und telefonisch erledigt. Wenn die Vereine mit dem Vertreter des Landessportbunds zusammenkommen wollten, um über wegweisende Investitionen zu sprechen, musste Kraus zuhause bleiben: „Das ist schade. Wir könnten in diesen Situationen den Vereinen so nicht immer von Beginn an unterstützend zur Seite stehen.“
 
Die Bildungsbeauftragte Magdalena Weidner blickt auf ein verhaltendes Fortbildungsjahr 2020 zurück. „Wir mussten mehrere Angebote verschieben. Die Interessierten sind eher zurückhaltend und melden sich zumeist erst im letzten Moment an“, berichtete Weidner, die mit Weitblick eine Präsenzveranstaltung mit dem Werra-Meißner Kreis und der Sportjugend zum Thema Kindeswohl im September geplant hatte und absagen musste. Ärgerlich. Nach dem Tag der offiziellen Absage haben sich kurzfristig zehn Menschen angemeldet. Empfehlenswert sei laut Weidner die Winterakademie des Turnens, bei der sechs Landesturnverbände Online-Workshops anbieten. Nach der erfolgreichen ersten Runde im Januar läuft zurzeit eine zweite Runde (17.-21.02.2021). Weidner hat an Seminaren zur Ehrenamtsförderung, Gymnastik auf dem Stuhl, Bewegung in der dritten Lebenshälfte und an einer virtuellen Methodenwerkstatt teilgenommen. „Die Leute lechzen nach Fortbildung, um ihre Lizenz zu verlängern“, betonte Weidner, die deutlich machte, dass sich aber nicht alle Themen für die Online-Plattformen eignen: „Wenn richtige Interaktionen notwendig sind, wo auch mal die Haltung korrigiert werden muss, dann sollte man sich dann doch vor Ort treffen.“
 
Erik Hogreve, der Inklusionsbeauftragte des Sportkreises, sieht den Kontakt über Online-Plattformen zu den Sportlern kritisch. Er habe sich aber mangels Alternativen schnell mit Video-Konferenzen angefreundet. „Wir könnten sonst nichts machen“, so Hogreve, der schon ein Problem für die Zeit nach Corona sieht: „Es besteht die Gefahr, dass die Vereine nach der Krise erstmal andere Schwerpunkte setzen als Inklusion. Unter der Beachtung, dass Menschen mit geistiger Behinderung ein um 40% höheres Risiko für zusätzliche gesundheitliche Einschränkungen haben, lässt sich die besondere Herausforderung für die Zeit in und nach der Pandemie erahnen.“
 
Bildbeschriftung: Auch im Fußball steht seit November alles still. In nächsten Wochen ist damit zu rechnen, wie es weitergeht.
 
Bild und Text: Marvin Heinz.
 
 
 
Facebook Account RSS News Feed