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veröffentlicht am 31.07.2020

„Ehrenamtler sind das Herzstück“

„Ehrenamtler sind das Herzstück“
Eschwege - Seit einem Jahr hat Erik Hogreve (50) das Amt des Inklusionsbeauftragte beim Sportkreis Werra-Meißner inne. Unser Pressereferent Marvin Heinz hat sich mit ihm getroffen, um über das Thema Inklusion, die Entwicklung und das Ehrenamt zu sprechen. 
 
Erik, warum ist Inklusion so wichtig? 
Wenn man die Sportberichterstattung verfolgt, sieht man, dass das Sportverständnis häufig von der Fußball-Bundesliga und einen ausgeprägten Leistungsgedanken geprägt ist. Nicht ohne Grund gibt es schon im Jugendfußball sogenannte Elternzonen, weil jeder und auch die Eltern gewinnen wollen.
 
Was wird dabei vergessen?
Dabei wird häufig vergessen, dass der Sport viel mehr Facetten hat als nur Leistung. Zum Sport zählt auch das soziale Umfeld, dass durch den Sport aufgebaut wird. Und darauf haben alle Menschen - mit und ohne Handicap - einen Anspruch. Der Leistungsgedanke darf dabei nicht in Gänze ausgeklammert werden.
 
Wann ist Inklusion gelungen? 
Wenn die Beteiligten nicht mehr drüber sprechen und das Miteinander gelebt wird. Dazu müssen häufig Zwischenstufen eingebaut werden, um eine Entwicklung möglich zu machen. Unified-Sports ist eine Möglichkeit. Menschen mit und ohne Handicap trainieren zusammen und treten gemeinsam bei einem Wettkampf an.
 
Wie bewertest du die Inklusionsarbeit im Kreis? 
Ich finde immer wieder Vereine, die offen der Inklusion gegenüberstehen. Gerade im Bereich Sport haben wir in Deutschland und im Werra-Meißner Kreis beste Möglichkeiten diese Entwicklung voranzutreiben und intensivieren, weil der Organisationsgrad durch Sportverbände regional und überregional sowie durch die ortsansässigen Vereine hoch ist.
 
Ohne Ehrenamt geht dabei nichts? 
Das ist richtig. Die ehrenamtlichen Helfer sind das Herzstück. Ohne ihre Unterstützung geht nichts. Eine weitere Stütze sind die ausgebildeten Übungsleiter, die den Inklusionsgedanken leben und verinnerlicht haben. Auch die Unified-Partner, die sozial offen sein müssen und kleine Hilfestellungen geben, sind wichtig in diesem Prozess. 
 
Wie wird der Sportkreis dabei helfen? 
Wir müssen die Strukturen erweitern. Mit den Mitarbeitern der Servicestelle und einer in diesem Monat eingestellten Inklusionslotsin wollen wir den Vereinen Hilfestellung an die Hand geben. Vor allem die Betreuung in den Kinderschuhen, dann wenn die Inklusion zu laufen beginnt, liegt mir am Herzen. Dazu bieten wir auch Fortbildungen an. 
 
Was ist dein langfristiges Ziel?
Bis 2024 wollen wir im Werra-Meißner Kreis 100 Menschen mit Handicap in den organisierten Sport heranführen. Dabei sollen Veranstaltungen als Höhepunkt und Motivation dienen. Neben Veranstaltungen rund um das Sportabzeichen ist u.a. im Herbst 2021 in Eschwege ein Anerkennungswettbewerb mit Handball-Mannschaft aus mehreren Bundesländern geplant. 
 
Foto: Marvin Heinz.
 
Zur Person Erik Hogreve (50)
Geboren und aufgewachsen in Göttingen. Nach seinem Sport und Pädagogik Studium in Gottingen ist Hogreve seit nunmehr 2001 Sportkoordinator bei den Werraland Lebenswelten in Eschwege. Der 2,06 Meter große Kreisläufer lief fünf Jahre für Göttingen 05 in der 2. Handball-Bundesliga auf, ehe er mit dem Nachfolgerverein MTV Roßdorf u.a. in der Oberliga aktiv war. Mit der HSG Gensungen stieg Hogreve im Jahr 1997 in die 2. Bundesliga. Hogreve ist aktuell Handball-Trainer des MTV Rossdorf, mit seit seinem Team geht er in niedersächsischen Landesliga an den Start. Gründungsmitglied von Special Olympics Hessen und Vorstandsmitglied seit 2015. Seit Juli 2020 nationaler Handballkoordinator von Special Olympics Hessen. Verheiratet, zwei Kinder.
 
 
 
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