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veröffentlicht am 12.09.2019

Mit der Jugendsprecherin an der Seite

Inklusion.

Mit der Jugendsprecherin an der Seite

Mit der Jugendsprecherin an der Seite

Inklusion. Das Blut pumpt durch die Adern, das Herz rast, die Anspannung wächst. Steven König ist im Tunnelmodus, das Stresshormon Adrenalin mobilisiert all seine Kräfte. Der 25-jährige kann es kaum erwarten auf die 28,4 Kilometer lange WerraMan Strecke geschickt zu werden. In den Jahren zuvor schnupperte König in diversen Staffeln in den Triathlonsport hinein. Nun nahm der aus Heldra kommende Sportler zum ersten Mal als Einzelstarter beim Volkstriathlon teil. „Stevie, heute schwimmen wir nur einmal um die Boje“, sagte unsere Jugendsprecherin Laura Heckmann wenige Minuten vor dem Start zu König. Es sind die ersten Instruktionen der Handballerin des SV Reichensachsen, die einen leicht enttäuschten König erlebt. „Im Training sind wir doch mehrfach, um die Boje geschwommen“, erinnerte sich König, der sich seit Mai auf seine Einzelstart vorbereitet hat. Trotz Handicap nahm er die Herausforderung an. König, der bei den Werraland-Werkstätten beschäftigt ist, ließ sich nichts anmerken und absolvierte die 400 Meter lange Schwimmstrecke in 11 Minuten und 53 Sekunden. Die Trainingseinheiten haben sich ausgezahlt: „Es war eine gute Zeit - für einen Brustschwimmer.“ Heckmann war für „den Fall, der Fälle“ an seiner Seite und spurtete mit König im Eiltempo aus dem Wasser. Schnell zog sich König die Schuhe an und sprang auf sein Rennrad. „Die Eltern stehen voll hinter Stevie“, lobte Heckmann, die findet, dass König die Inklusion lebt „wie kaum ein Zweiter.“ Sein Vater Guido (52) begleitete Steven auf der 23 Kilometer langen Radstrecke. „Beim Schalten, zur Streckenführung und bei der Wahl des Tempos habe ich ihm Anweisungen gegeben. Es besteht immer die Gefahr, dass er sich zu schnell verausgabt“, sagte der Vater, „am Ende habe ich ihn nochmal motiviert beim Rad fahren alles aus sich rauszuholen.“ Nach 46 Minuten und 39 Sekunden auf dem Rad, stand Königs Paradedisziplin an. „An guten Tagen läuft er die fünf Kilometer in 22 Minuten“, erzählte Heckmann, die von einem eifrigen Läufer berichtet, der mit Lauftrainer Hartmut Herbig vom Ski-Club Meißner in vielen Trainingseinheit stets ans Maximum geht. So auch dieses Mal. Mit „dicken Beinen“ vom Rad fahren nahm König schnell Fahrt auf. Im Schnitt lief König den Kilometer in 5 Minuten, was dazu führte, dass er zahlreiche Starter überholte. „Bekannte haben ihn über die Streckenlänge informiert und ihm die noch zu laufenden Runde mitgeteilt“, erzählte Mutter Kerstin, die immer ein Auge drauf hatte, dass ihr Sohn auf Höhe der Zielgerade alle Bändchen einsammelte. Seine Laufzeit von 25:34 Minute katapultierte ihn auf Platz 102 von 140 Startern (1:28:31 Stunden) im Endklassement. „Sein unbändiger Ehrgeiz und seine Einstellung zum Sport machen vielen möglich“, sagte Vater Guido, „deswegen haben wir auch nie daran gezweifelt, dass er es schafft.“

 

Auf dem Bild zu sehen ist Steven König mit Vater Guido auf dem Weg auf die Radstrecke.

 

Text: Marvin Heinz.

Foto: Privat.

 
 
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